RÖNTGENBILD ZUR DOKUMENTATION EINES VERSUCHS ZUR DURCHLEUCHTUNG VERSCHIEDENER GEGENSTÄNDE, HIER EINER MENSCHLICHEN HAND MIT RINGEN Aufnahme der linken Hand von Anna Bertha Röntgen mit Ringen. Röntgen schreibt dazu in „Ueber eine neue Art von Strahlen (Vorläufi ge Mittheilung)“ vom Dezember 1895: [...] Das an dieser Erscheinung zunächst Auff al- lende ist, dass durch die schwarze Cartonhülse, welche keine sichtbaren oder ultravioletten Strah- len des Sonnen- oder des elektrischen Bogenlich- tes durchlässt, ein Agens hindurchgeht, das im Stande ist, lebhafte Fluorescenz zu erzeugen, und man wird deshalb wohl zuerst untersuchen, ob auch andere Körper diese Eigenschaft besitzen. Man fi ndet bald, dass alle Körper für dasselbe durchlässig sind, aber in sehr verschiedenem Gra- de. Einige Beispiele führe ich an. Papier ist sehr durchlässig: hinter einem eingebundenen Buch von ca. 1000 Seiten sah ich den Fluorescenzschirm noch deutlich leuchten; die Druckerschwärze bie- tet kein merkliches Hinderniss. Ebenso zeigte sich Fluorescenz hinter einem doppelten Whistspiel; eine einzelne Karte zwischen Apparat und Schirm gehalten macht sich dem Auge fast gar nicht be- merkbar. – Auch ein einfaches Blatt Stanniol ist kaum wahrzunehmen; erst nachdem mehrere Lagen über einander gelegt sind, sieht man ihren Schatten deutlich auf dem Schirm. – Dicke Holz- blöcke sind noch durchlässig; zwei bis drei cm dicke Bretter aus Tannenholz absorbiren nur sehr wenig. – Eine ca. 15 mm dicke Aluminiumschicht schwächte die Wirkung recht beträchtlich, war aber nicht im Stande, die Fluorescenz ganz zum 12 Verschwinden zu bringen. – Mehrere cm dicke Hartgummischeiben lassen noch Strahlen hin- durch. – Glasplatten gleicher Dicke verhalten sich verschieden, je nachdem sie bleihaltig sind (Flint- glas) oder nicht; erstere sind viel weniger durch- lässig als letztere. – Hält man die Hand zwischen den Entladungsapparat und den Schirm, so sieht man die dunkleren Schatten der Handknochen in dem nur wenig dunklen Schattenbild der Hand. [...] Die Berechtigung, für das von der Wand des Entla- dungsapparates ausgehende Agens den Namen „Strahlen“ zu verwenden, leite ich zum Theil von der ganz regelmässigen Schattenbildung her, die sich zeigt, wenn man zwischen den Apparat und den fl uorescirenden Schirm (oder die photogra- phische Platte) mehr oder weniger durchlässige Körper bringt. Viele derartige Schattenbilder, deren Erzeugung mitunter einen ganz besonderen Reiz bietet, habe ich beobachtet und theilweise auch photogra- phisch aufgenommen; so besitze ich z. B. Photo- graphien von den Schatten der Profi le einer Thüre, welche die Zimmer trennt, in welchen einerseits der Entladungsapparat, andererseits die photo- graphische Platte aufgestellt waren; von den Schatten der Handknochen; von dem Schatten ei- nes auf einer Holzspule versteckt aufgewickelten Drahtes; eines in einem Kästchen eingeschlosse- nen Gewichtssatzes; einer Bussole, bei welcher die Magnetnadel ganz von Metall eingeschlossen ist; eines Metallstückes, dessen Inhomogenität durch die X-Strahlen bemerkbar wird; etc. [...]